Juniorwahl zur Bundestagswahl 2025

Gymeck politisch

Zum vierten Mal waren am GymEck Schülerinnen und Schüler dazu aufgerufen, an der Juniorwahl teilzunehmen und damit eine „echte“ Wahl zu simulieren, diesmal die vorgezogene Bundestagswahl.

242 Stimmen aus den Jahrgangsstufen 10 bis 12 wurden abgegeben (entspricht einer Wahlbeteiligung von 81,8%) und von den Wahlhelfern aus dem P-Seminar Sozialkunde ausgezählt. Es ergab sich folgendes Ergebnis:

Die meisten Erststimmen konnte Paulus Guter von Bündnis’90 / Die Grünen mit 28,1% für sich verbuchen, gefolgt von Martina Stamm-Fibich (SPD, 24,0%). Der „echte“ Wahlkreisgewinner, Konrad Körner (CSU), landete mit 14,0% nur auf dem dritten Platz.

Auch bei den Zweitstimmen zeigte sich zunächst die gleiche Reihenfolge: Bündnis’90 / Die Grünen bekam mit 23,6% den größten Anteil vor der SPD mit 19,4%. Dahinter belegte Die Linke Rang drei mit 15,7%; die CSU musste sich mit 12,8% bescheiden, kam aber im Gegensatz zur AfD, der bei 4,95% eine Stimme fehlte [an alle Verschwörungstheoretiker: Es wurde insgesamt viermal nachgezählt!], immerhin locker über die 5%-Hürde. Alle anderen Parteien wären ebenfalls nicht im Bundestag vertreten.

Mit diesem Zweitstimmen-Ergebnis sähe der Bundestag so aus: Bündnis’90 / Die Grünen könnte sich bei 207 von 630 Mandaten den Koalitionspartner aussuchen (mit allen anderen Fraktionen wäre eine Mehrheit gegeben). Keine andere Zweier-Konstellation zwischen SPD (171 Sitze), Die Linke (139 Sitze) und CDU / CSU (113 Sitze) hätte eine Mehrheit.

Jedoch ist dieser Erfolg von Bündnis’90 / Die Grünen nicht ungetrübt, wie ein Blick auf die Ergebnisse seit 2018 zeigt:

Verglichen mit ihrem extrem guten Wert von 2018 hat Bündnis’90 / Die Grünen fast die Hälfte an Zustimmung eingebüßt. Der erste Platz konnte nur deshalb errungen werden, weil die CSU nach ihrem starken Abschneiden bei der Landtagswahl 2023 deutlich verloren hat. Auffällig ist der kontinuierliche Zuwachs der SPD auf einen Wert, der mittlerweile besser ist als das „echte“ Bundestagsergebnis. Die Linke, die am GymEck schon immer überproportional häufig gewählt wurde, hat wie im Bundestrend hinzugewonnen, während die AfD leicht, aber für den Einzug ins Parlament entscheidend eingebüßt hat. Drastisch ist der Absturz der FDP, die bislang am GymEck ebenfalls überdurchschnittliche Ergebnisse verzeichnen konnte, nun aber auf ein ähnliches Niveau wie bei der „echten“ Wahl abgesunken ist. Freie Wähler und das BSW spielen keine Rolle. Gleiches gilt für alle anderen Parteien, von denen lediglich Volt mit 3,7% der Zweitstimmen (und 7,9% der Erststimmen!) erwähnenswert ist.

Michael Kittler