Jeder zehnte Schüler hatte bereits mit Mobbing in der Schule zu tun. Fünf Prozent der Schüler mobbten schon einmal andere. Auch wenn es im Einzelfall ganz anders aussehen kann, sind Zahlen wie die des HBSC Studienverbandes von 2024 Grund genug, über Mobbing an Schulen nachzudenken. Am Gymnasium Eckental verknüpften es mehrere sechste und fünfte Klassen mit der Lektüre von „Wolf“.
Das Buch von Sasa Stanisic, das 2024 den Deutschen Jugendliteraturpreis gewonnen hat, erzählt von einem Ferienlager im Wald, in dem ein Junge gemobbt wird. Ausgehend davon beschäftigten sich die Kinder im Unterricht damit, dass Mobbing nicht nur eine Angelegenheit zwischen Täter und Opfer ist. „Es gibt immer auch Mitläufer, Beobachter und Verteidiger des Opfers“, erklärte ein Schüler aus der 6a. „Die Kinder sollen ein Bewusstsein dafür entwickeln, wie Mobbing abläuft, damit sie rechtzeitig gegensteuern können“, sagte Lehrerin Margita Feldrapp.
Die Klassen 6a und 6g übten in dem sogenannte Power-Posing, welche Körperhaltungen helfen kann, um im Miteinander respektiert zu werden. Es ging auch darum, wie man reagieren kann, wenn man Mobbing mitbekommt. In allen Klassen wurde herausgearbeitet, dass man Gemeinheiten im Miteinander ansprechen und bei Erwachsenen Hilfe holen sollte. Die Lehrkräfte wiesen darauf hin, dass am GymEck nicht nur die Lehrer ansprechbar sind, sondern auch die Schulpsychologinnen oder die Sozialpädagogin, die man über die Website oder im Lehrerzimmer findet.
Über die Erzählung im Buch „Wolf“ waren die Klassen zunächst geteilter Meinung. Viele mochten, dass das Buch trotz des nachdenklichen Themas auch sehr witzige Stellen enthielt. Andere kritisierten, dass man nicht gleich verstand, was es mit dem Wolf auf sich hatte und am Ende des Buches noch Fragen offen waren. Insgesamt fanden die Schülerinnen und Schüler es aber gut, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. „Mir war besonders wichtig zu wissen, wie ich Schülern helfen kann, wenn ich Mobbing mitbekomme“, sagte eine Schülerin.
Leider konnten nicht alle Klassen die Inszenierung von „Wolf“ im Kulturforum Fürth sehen, weil Vorstellungen abgesagt wurden. Für die, die dabei waren, war es aber ein besonderes Erlebnis. „Obwohl man die Handlung kannte, hat man manches auf der Bühne nochmal ganz anders gesehen“, sagte ein Mädchen aus der 6d. Annabell Winkler, Lehrerin der 6d, lobte, dass das Stück sehr abwechslungsreich war: „Besonders beeindruckend fand ich die Leistung der Schauspielerinnen und Schauspieler, die nicht nur in viele verschiedene Rollen schlüpften, sondern auch musikalisch und akrobatisch ihr Können zeigten.“
Die Klasse 6a verknüpfte die Unterrichtseinheit zudem mit der Schulaufgabe zum Bericht, dem verschiedene Aussagen von Schülerinnen und Schüler, die vorher in einer Umfrage festgehalten wurden, zugrunde gelegt wurden. In diesem Text wurden die besten Textteile miteinander verknüpft.
Klasse 6a
