Fürther Bürgermeister würdigt Arbeit der Medienscouts

Medienscouts

Junge Menschen stören manchmal einfach dadurch, dass sie da sind. Sie brauchen zu viel Platz im Bus, wenn sie gleich klassenweise auftreten, sie sind manchmal etwas albern, sie lachen bisweilen zu laut und schubsen und schäkern, statt sich in Reih und Glied einzusortieren in die Lebenswelt Erwachsener. Es gibt Erwachsene, die das stört. Manchmal zu Recht. Und manchmal einfach nur, weil sie selbst gestresst sind.

Manchmal kommt es aber vor, dass junge Menschen etwas wirklich Gutes schaffen und Erwachsene das sehen und auch sagen, dass es wirklich gut war. Die, die ihre Anerkennung aussprechen für das, was auf die Beine gestellt wurde, sind manchmal Eltern, Lehrer oder Jugendleiter. Zum Glück manchmal Nachbarn. Bisweilen auch Politiker, jüngst zum Beispiel der Fürther Bürgermeister Markus Braun.

Die Medienscouts des Gymnasium Eckental gehören zu einem Netzwerk von Medienscouts rund um das medienpädagogische Zentrum Connect in Fürth. Mitten in der Corona-Pandemie hatte ihre Lehrerin Margita Feldrapp bei Connect gefragt, ob sie hier andocken könnten. Dort erinnerte man sich an das, was pandemiebedingt eingeschlafen war und versuchte einen Neustart mit den Schulen der Region. Seither bekommen auch die Eckentaler wertvolle Impulse von Connect, viele Ideen und dort vernetzen sie sich mit anderen. Und so kam es, dass gerade Markus Braun, Bürgermeister der Stadt Fürth, die Arbeit des Netzwerks und auch die Arbeit der Eckentaler Medienscouts gewürdigt und seinen Dank ausgesprochen hat, dass die rund 15 Schülerinnen und Schüler, die momentan am GymEck das Wahlfach Medienscouts besuchen, einen „wertvollen Beitrag zur Förderung von Medienkompetenz sowie zu einem verantwortungsvollen und sicheren Umgang mit digitalen Medien an der Schule“ geleistet haben. Braun sagte auch, dass die Demokratie davon lebt, dass man unterscheiden lerne, was Fakt und was Fake ist und dass sowohl jüngere Menschen als auch ältere dabei Hilfe brauchen.

Connect hatte den Jahresabschluss des Netzwerks angestoßen, die konkrete Umsetzung erarbeitet und die politisch Verantwortlichen dazu eingeladen.

Beim Jahresabschluss gab es etliche Spiele, lustige Aktionen und einen Stapel Familienpizzen, aber auch von allen teilnehmenden Medienscout-Gruppen von Langenzenn über Fürth bis Eckental einen Bericht von dem, was innerhalb eines Jahres auf die Beine gestellt wurde. Bei den Eckentaler waren dies die Fake News-Workshops in allen siebten Klassen des Gymnasiums und verschiedene kreative Aktionen für Pausen oder Verfassungsviertelstunden, die kürzlich sogar mit einem bundesweiten Preis ausgezeichnet wurden.

Beim Gallery-Walk, bei dem jede Schule vorstellte, was sie gemacht hatte, wurde deutlich, wie unterschiedlich die Schwerpunkte sind, wenn man nach einem Peer-to-Peer-Konzept arbeitet und nicht nur die Schülerinnen und Schüler als Vermittler für Inhalte einbindet, die der Lehrplan vorsieht, sondern sie selbst entscheiden lässt, was für sie und ihre Peers gerade von Interesse ist.

Bei aller Verschiedenheit sahen jedoch alle Medienscouts grundsätzlich eine Notwendigkeit darin, Gleichaltrigen oder jüngeren Schülerinnen und Schülern zu helfen, sich nicht von sozialen Medien bestimmen zu lassen. Auch der Fürther Bürgermeister Markus Braun betonte: „Man kann die Entwicklung nicht zurückdrehen. Es geht darum, mit sozialen Medien gut umzugehen. Danke, dass ihr dabei helft!“ Jeder einzelne Medienscout wurde namentlich benannt, jeder bekam eine Urkunde und ein persönliches Danke. Wer dabei sein durfte, merkte, dass das doch sehr besonders ist für junge Menschen. Eine Urkunde ist nicht einfach nur ein Zettel. Ein Handschlag ist nicht nur feucht, sondern auch mehr wert als eine Nachricht über einen Messenger-Dienst. Egal, wie standardisiert ein „Danke“ auch klingen mag, die Zeit, die man braucht, um es persönlich auszusprechen, ist ziemlich wertvoll.