Wer sehr viele und sehr gute Ideen generieren möchte, braucht Haftzettel, sehr viele Haftzettel – zumindest beim Bayerischen Rundfunk. Am 12. Mai ging es darum, Ideen für den Jugendmedientag von ARD, ZDF und Deutschlandfunk zu entwickeln, der am 12. November bundesweit auf Sendung gehen wird. Die Eckentaler Medienscouts und ihre Lehrerin Margita Feldrapp hatten sich für die Jugendredaktion beworben, die Impulse geben darf, wie der Tag gestaltet werden soll, damit er der Zielgruppe entspricht. Und da kamen die Haftzettel ins Spiel – eine Methode, die den Medienscouts anfangs recht simpel erschien, am Ende aber für ehrliches Erstaunen sorgte.
Das Workshop-Format wird „Design Sprint“ genannt und wurde bei Google Ventures entwickelt. Es geht darum, innovative Ideen für komplexe Fragestellungen zu entwickeln und Prototypen mit echten Nutzern zu testen. Was etwas hochtrabend klingt und in der Kreativbranche tatsächlich über mehrere Tage hinweg geht, durchliefen die Medienscouts zusammen mit anderen Jugendlichen in der ARD-Jugendredaktion in sechs Stunden von ersten Ideen bis zum Prototyp der Sendung.
„Uns ist es wichtig, dass wirklich jeder zu Wort kommt und kein Gedanke verloren geht“, erklärte Elias Harren vom Bayerischen Rundfunk die Wahl der Methode. Und so hielten die Mitglieder der Jugendredaktion unter verschiedenen Fragestellungen und immer unter festen Zeitvorgaben auf Unmengen von Haftzetteln fest, was ihnen einfiel zum noch recht allgemein gehaltenen Rahmenthema des ARD-Jugendmedientags „Wie wir gut mit Medien leben können“.
Ideen, Anliegen, Herausforderungen, Chancen und mögliche Formate wurden notiert, vorgestellt, nochmals unter anderem Gesichtspunkt betrachtet, sortiert und gewichtet, bis es ans Erstellen von Storyboards, Videoaufnahmen und Schnitt ging und am Ende tatsächlich von den Jungredakteurinnen und -redakteuren mehrere Prototypen präsentiert wurden. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen und weckte die Vorfreude auf den Jugendmedientag.
Schon im vergangenen Jahr durften die Medienscouts erstmals in der Jugendredaktion für die Vorbereitung des ARD-Jugendmedientags mitwirken und sich dann im November sogar von Dana Weischedel (Q12) in einer Live-Sendung, die bundesweit von der ARD ausgestrahlt wurde, vertreten lassen.
Wir sind gespannt, was das Team von ARD, ZDF und Deutschlandfunk dieses Jahr aus den Ideen der Jugendredaktion macht und sind auf jeden Fall am 12. November am Bildschirm oder live dabei.
